Über das Werk
Montag aus Licht ist die dritte komponierte der sieben Opern in Karlheinz Stockhausens Zyklus Licht – Die sieben Tage der Woche, entstanden 1984–1988 und am 7. Mai 1988 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Der Montag ist Evas Tag – der weiblichen Urgestalt, dargestellt durch Sopran und Bassetthorn. Innerhalb des Zyklus steht der Montag für Geburt, Mütterlichkeit und die Erschaffung des Menschen; er bildet den Anfang der Woche und damit des ewigen Kreislaufs.
Handlung
In einem Gruß, drei Akten und einem Abschied entfaltet die Oper das Thema von Geburt und Wiedergeburt. „Evas Erstgeburt" zeigt in mythischen Bildern die Geburt der Menschheit aus Eva, begleitet von riesigen Frauengestalten und Kinderchören. In „Evas Zweitgeburt" misslingt Michaels Versuch, die Menschen zu erziehen, sodass eine zweite, geistige Geburt nötig wird. „Evas Zauber" schließlich feiert die schöpferische, lebensspendende Kraft Evas; ein Flötist (Luzifers Sohn) lockt mit verführerischem Spiel, und ein Vogelhaus voller Knaben besingt die Fruchtbarkeit. Drei Kinderchöre unterstreichen Evas Rolle als Schöpferin des Lebens.
Kulturelle Bedeutung
Montag aus Licht ist die „weiblichste" und in ihrer Bildsprache farbenreichste Oper des Zyklus. Sie feiert das Prinzip von Geburt und Mütterlichkeit und stellt mit Eva die lebensspendende Kraft ins Zentrum. Einzelne Teile wie „Evas Lied" oder das Bassetthorn-Spiel haben als eigenständige Konzertwerke Verbreitung gefunden. Wie alle Licht-Opern verbindet der Montag Gesang, Instrumentalspiel, Tanz, Elektronik und genau festgelegte Gestik zu einem Gesamtkunstwerk, dessen musikalische Substanz vollständig aus Stockhausens dreischichtiger Superformel hervorgeht.
