Über das Werk
Mephisto. Roman einer Karriere ist ein 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido erschienener Roman von Klaus Mann, der vielfach für die Bühne adaptiert wurde. Das Werk überträgt das Faust-Motiv auf das nationalsozialistische Deutschland und erzählt den Aufstieg eines Schauspielers, der seine Überzeugungen für die Karriere verrät. Die Hauptfigur Hendrik Höfgen trägt unverkennbare Züge von Gustaf Gründgens, Klaus Manns früherem Schwager — weshalb der Roman in der Bundesrepublik bis 1981 nicht erscheinen durfte.
Handlung
Der ehrgeizige Schauspieler Hendrik Höfgen macht in der Weimarer Republik am Hamburger Künstlertheater erste Karriere und kokettiert mit linken, revolutionären Idealen. Seine Glanzrolle ist der Mephisto in Goethes Faust. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergreifen, verleugnet Höfgen seine früheren Überzeugungen, lässt Freunde und Geliebte fallen und arrangiert sich mit den neuen Machthabern. Protegiert von einem mächtigen Ministerpräsidenten — unverkennbar Hermann Göring — steigt er zum gefeierten Star und Intendanten des „neuen Reiches" auf. Doch der Teufelspakt fordert seinen Preis: Höfgen wird zum „Affen der Macht", innerlich ausgehöhlt, gefangen in einer Rolle, aus der er nicht mehr heraustreten kann.
Kulturelle Bedeutung
Mephisto ist einer der bedeutendsten Exilromane der deutschen Literatur und eine zeitlose Studie über Opportunismus und künstlerische Selbstverleugnung unter einer Diktatur. Der Streit um die Gründgens-Ähnlichkeit führte zu einem der größten Literaturskandale der Bundesrepublik: Ein Gericht verbot den Roman, erst 1981 erschien er wieder und wurde zum Kultbuch. István Szabós Verfilmung von 1981 mit Klaus Maria Brandauer gewann den Auslands-Oscar. Bühnenfassungen, besonders die von Ariane Mnouchkine, gehören zum festen Repertoire.
