Malaga
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Malaga

Lukas Bärfuss
Theater · 2010
Bürgerliches DramaZeitgenossenSchweizer Dramatik

Über das Werk

Lukas Bärfuss Stück wurde 2010 am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Das Werk ist eine bürgerliche Tragödie in knappen, präzisen Dialogen und verhandelt die Brüchigkeit der modernen Mittelschicht-Ehe. Bärfuss schreibt in einem reduzierten, fast protokollarischen Stil, der das Unausgesprochene zwischen den Figuren umso stärker wirken lässt.

Handlung

Ein Paar — er Arzt, sie in einem bürgerlichen Beruf — ist im Spanienurlaub. Ihre zehnjährige Tochter ist bei der Oma geblieben. Bei einem Abendessen begegnen sie einem anderen Paar. Zwischen den vier Erwachsenen entspinnt sich ein vorsichtiger Reigen aus Andeutungen, Flirt, Kränkungen und Annäherungen. Als die Tochter zuhause einen Unfall hat, reagieren beide Eltern auf unterschiedliche Weise: Die Mutter bleibt, um mit dem fremden Mann zu schlafen, der Vater reist zurück. Am Ende steht die unterschlagene Katastrophe — und das Schweigen, das aus der Ehe eine Hülle macht.

Kulturelle Bedeutung

Malaga wurde zu einem meistgespielten Bärfuss-Stück und an zahlreichen Bühnen im deutschsprachigen Raum inszeniert. Das Werk gilt als präzise Studie des spätmodernen Bürgertums und der emotionalen Sprachlosigkeit heutiger Paarbeziehungen. Bärfuss verbindet darin Strindberg-Referenzen mit zeitgenössischer Oberflächenästhetik und zeigt, wie eine Familie an ihrer eigenen Behauptung der Normalität zerbricht. Das Stück wurde zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen.

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