Über das Werk
Die Bühnenarbeit Männerphantasien entstand am Deutschen Theater Berlin auf Grundlage von Klaus Theweleits gleichnamiger Studie und mit neuen Texten von Svenja Viola Bungarten, Ivana Sokola und Gerhild Steinbuch. Die Premiere fand am 1. Dezember 2023 statt. Theweleits zweibändige Buchpublikation aus den 1970er-Jahren bildet die literarisch-theoretische Vorlage.
Handlung
Die Produktion untersucht gegenwärtige Varianten autoritärer und faschistoider Männlichkeit. Ausgangspunkt ist Theweleits Analyse des soldatischen Mannes. Die neuen Texte führen diese Untersuchung in unterschiedliche Milieus der Gegenwart: Gerhild Steinbuch behandelt die Perspektive einer Mutter eines Täters sexualisierter Gewalt, Ivana Sokola einen erschöpften Männerchor auf der Suche nach Zugehörigkeit und Svenja Viola Bungarten rechte Internetkulturen sowie die Figur einer Influencerin, die sich von einer Feministin zur Tradwife stilisiert.
Kulturelle Bedeutung
Der Abend überträgt einen einflussreichen Klassiker der Faschismus-, Körper- und Geschlechteranalyse auf gegenwärtige politische und digitale Phänomene. Die Produktion wurde zu Radikal jung 2024 eingeladen und fand überregionale Beachtung. Ihre besondere Stellung liegt darin, Theweleits historische Analyse nicht lediglich zu dramatisieren, sondern durch eigens geschriebene Gegenwartstexte fortzuschreiben.
