Über das Werk
Giuseppe Verdis Oper in drei Akten und einem Vorspiel wurde 1849 in Neapel uraufgeführt und gehört zur Mittelgruppe seiner Werke, zwischen den frühen patriotischen Opern und der „trilogia popolare" (Rigoletto, Trovatore, Traviata). Das Libretto Salvatore Cammaranos basiert auf Friedrich Schillers bürgerlichem Trauerspiel „Kabale und Liebe" (1784).
Handlung
In einem deutschen Dorf des 17. Jahrhunderts liebt der einfache Soldat Rodolfo, in Wahrheit Sohn des Grafen Walter, die Müllerstochter Luisa Miller. Walter will Rodolfo standesgemäß mit der Herzogin Federica verheiraten und schickt seinen Intriganten Wurm los, Luisas Vater Miller wegen einer Bagatelle verhaften zu lassen. Wurm zwingt Luisa, einen Brief zu schreiben, in dem sie behauptet, Rodolfo nie geliebt zu haben — andernfalls werde Miller hingerichtet. Rodolfo, der den Brief erhält, glaubt sich verraten. Luisa wird zur Hochzeit mit Wurm gezwungen. Rodolfo schleicht sich zu ihr, gibt ihr und sich vergiftetes Wasser. Im Sterben gesteht Luisa die Erpressung. Rodolfo erschießt mit letzter Kraft Wurm, ehe er an Luisas Seite stirbt.
Kulturelle Bedeutung
Luisa Miller markiert in Verdis Schaffen den Übergang zur reifen Mittelperiode. Vater-Tochter-Duette zwischen Miller und Luisa weisen voraus auf Rigoletto/Gilda und auf Germont/Violetta. Rodolfos Aria „Quando le sere al placido" gehört zu den schönsten Tenor-Arien Verdis. Das Werk steht heute hinter den großen Verdi-Hits, ist aber an internationalen Häusern regelmäßig im Repertoire.
