Über das Werk
Kontakthof ist ein abendfüllendes Tanztheaterstück von Pina Bausch, uraufgeführt 1978 durch das Tanztheater Wuppertal. Es gehört zu den prägendsten Werken des deutschen Tanztheaters und verbindet Tanz, Sprache, Alltagsgesten und Musik der 1930er-Jahre zu einer eindringlichen Studie menschlicher Beziehungen.
Handlung
In einem schäbig-eleganten Tanzsaal – dem „Kontakthof", einem Ort der Kontaktanbahnung – begegnen sich Männer und Frauen in immer neuen Konstellationen. In repetitiven Gesten, zärtlichen und grausamen Annäherungen, Demütigungen und kurzen Momenten der Nähe legt Bausch die Mechanismen von Sehnsucht, Werben, Zurückweisung und Einsamkeit offen. Ohne durchgehende Handlung entsteht ein bewegendes Panorama der Suche nach Zärtlichkeit und der Angst vor Verletzung – mal komisch, mal schmerzhaft, immer zutiefst menschlich.
Kulturelle Bedeutung
Kontakthof ist ein Schlüsselwerk von Pina Bauschs revolutionärem Tanztheater, das die Grenze zwischen Tanz und Schauspiel auflöste. Berühmt wurde es auch durch spätere Neueinstudierungen mit Laien – einmal mit Damen und Herren „ab 65", einmal mit Jugendlichen –, die die universelle Gültigkeit des Stücks über alle Altersgrenzen hinweg zeigten. Das Werk gilt als Meilenstein und prägte das zeitgenössische Tanztheater weltweit.
