Über das Werk
König Ottokars Glück und Ende ist ein Trauerspiel in fünf Akten von Franz Grillparzer. Er schrieb es 1823, doch die Zensur verzögerte die Aufführung, die schließlich am 19. Februar 1825 am Wiener Burgtheater stattfand.
Handlung
Der böhmische König Ottokar II. Přemysl verstößt seine erste Frau, um eine ungarische Prinzessin zu heiraten, und entfremdet sich durch seinen Hochmut vom eigenen Adel. Als der zunächst unterschätzte Rudolf von Habsburg zum Kaiser gewählt wird, verweigert Ottokar ihm die Lehenshuldigung und zieht in den Krieg. In der Schlacht auf dem Marchfeld unterliegt er 1278 und stirbt, während Rudolf die böhmischen Länder an dessen Sohn zurückgibt.
Kulturelle Bedeutung
Die Zensur beanstandete zunächst Anklänge an Napoleons zweite Ehe sowie die kritische Zeichnung böhmischen Nationalstolzes. Ottokars Gegenspieler Rudolf hält im Stück die vielzitierte Rede auf Österreich, die lange als Schullektüre diente und dem Werk den Ruf eines österreichischen Nationaldramas einbrachte; bis 2005 kam es zwölfmal am Burgtheater auf die Bühne.