Über das Werk
„Klassenputtel" ist eine partizipative Theaterproduktion am Burgtheater Wien (Vestibül), die am 7. Februar 2026 uraufgeführt wurde. Regie führt Saliha Shagasi; gemeinsam mit Melina Jusczyk (Bühne), Theo Emil Krausz (Choreografie und Musik) und einem Community-Ensemble untersucht der Abend die Themen Klasse und soziale Mobilität. Der Titel verbindet „Klasse" mit dem Märchen „Aschenputtel" und fragt: Was braucht es, um zur „Hochkultur" dazuzugehören – und wie gelingt ein Klassenwechsel überhaupt?
Handlung
Ausgangspunkt ist eine kluge Volte am Märchen: Warum wird Aschenputtel erst dann vom Prinzen geliebt, als sie mit Ballkleid und gläsernem Schuh den sozialen Aufstieg geschafft hat? „Klassenputtel" beginnt in einer Kunstgalerie und beobachtet, wie Figuren über Kunst sprechen – und wie sich Geschmack durch Sozialisation bildet und an die Klassenzugehörigkeit gebunden bleibt. Aus den Erfahrungen des Community-Ensembles entsteht eine Reflexion über Herkunft, Zugehörigkeit und die unsichtbaren Codes, die darüber entscheiden, wer sich in welchen Räumen „richtig" fühlt.
Kulturelle Bedeutung
„Klassenputtel" rückt ein im deutschsprachigen Theater lange unterbelichtetes Thema ins Zentrum: soziale Klasse und Klassismus. Indem ein partizipatives Ensemble am Burgtheater – einer Hochkultur-Institution par excellence – über die Mechanismen kultureller Distinktion spricht, wird die Bühne selbst zum Gegenstand der Analyse. Regisseurin Saliha Shagasi steht für ein Theater, das Fragen von Herkunft, Bildung und Teilhabe nicht abstrakt verhandelt, sondern mit den Menschen erarbeitet, die sie betreffen.
