Über das Werk
Jugend ohne Gott basiert auf Ödön von Horváths 1937 erschienenem Roman. Die vom Deutschen Theater Berlin präsentierte Fassung ist eine Jugendtheaterinszenierung unter der Regie von Emel Aydoğdu, deren Premiere 2025 stattfand. Horváths Roman von 1937 bildet die Vorlage.
Handlung
Im Mittelpunkt steht ein Lehrer in einer zunehmend von Rassismus, Militarismus und autoritärer Ideologie beherrschten Gesellschaft. Seine Schüler übernehmen die politischen Parolen ihrer Umwelt. Als der Lehrer einer menschenverachtenden Äußerung widerspricht, gerät er selbst unter Druck. Bei einem militärisch geprägten Zeltlager kommt es zu einem Mord. Schuld, Lüge, Mitwisserschaft und moralische Verantwortung zwingen den Lehrer, seine eigene Haltung und sein bisheriges Schweigen grundsätzlich zu hinterfragen.
Kulturelle Bedeutung
Horváths Roman gilt als eine der eindringlichsten literarischen Auseinandersetzungen mit der moralischen Verrohung und ideologischen Formierung junger Menschen im Europa der 1930er Jahre. Seine Perspektive verbindet eine Kriminalhandlung mit Fragen nach Gewissen, Opportunismus und individueller Verantwortung. Die DT-Produktion aktualisiert diese Themen im Hinblick auf Manipulierbarkeit, Zivilcourage und den gesellschaftlichen Preis des Widerspruchs.
