Über das Werk
Das Singspiel von Ralph Benatzky mit Einlagen von Robert Stolz, Bruno Granichstaedten und anderen wurde 1930 im Großen Schauspielhaus Berlin uraufgeführt. Die Libretti stammen von Hans Müller-Einigen und Erik Charell, basierend auf einem Lustspiel von 1898. Im weißen Rößl ist das wohl bekannteste Werk der späten Wiener Operette und mischt Stile von Walzer über Schlager bis zu Jazz.
Handlung
Im Sommer versammelt sich am Wolfgangsee die illustere Urlaubsgesellschaft im Hotel „Weißes Rößl". Oberkellner Leopold ist unglücklich in die resolute Wirtin Josepha Vogelhuber verliebt — doch die hat ein Auge auf den eleganten Rechtsanwalt Dr. Siedler geworfen. Parallel umwirbt der schüchterne Sigismund die schrille Tochter des Berliner Fabrikanten Giesecke, während Kaiser Franz Joseph persönlich zur sommerlichen Ruhe anreist. Nach Missverständnissen, Eifersuchtsszenen und einer weisen Audienz des Kaisers finden alle Paare zu sich: Leopold bekommt seine Josepha, Dr. Siedler die verliebte Ottilie, und selbst Sigismund seine Klärchen.
Kulturelle Bedeutung
Im weißen Rößl ist das meistgespielte deutschsprachige Singspiel nach der Fledermaus und wurde vielfach verfilmt, zuletzt 2013 mit Edita Malovčić und Tobias Licht. Lieder wie „Im weißen Rößl am Wolfgangsee" und „Es muss was Wunderbares sein" wurden zu Volksgut. Das Werk wurde von den Nationalsozialisten als „jüdisch kontaminiert" verboten und konnte nach 1945 nur langsam ins Repertoire zurückkehren. Heute gilt es als Paradestück heiterer Sommeroperetten — wird aber auch in ironisch-gebrochenen Inszenierungen gespielt, die seine Entstehungszeit kurz vor dem Untergang der Weimarer Republik betonen.
