Über das Werk
Grand Hotel ist ein Musical nach dem Roman „Menschen im Hotel" von Vicki Baum, mit Musik und Gesangstexten von Robert Wright und George Forrest sowie zusätzlicher Musik und Texten von Maury Yeston und einem Buch von Luther Davis. Die Uraufführung am Broadway 1989 in der fließenden, pausenlosen Regie und Choreografie von Tommy Tune wurde mit fünf Tony Awards ausgezeichnet. Das Werk verwebt die Schicksale mehrerer Hotelgäste zu einem eleganten, melancholischen Reigen.
Handlung
Berlin, 1928: In der Lobby eines mondänen Luxushotels kreuzen sich an wenigen Tagen die Wege höchst unterschiedlicher Gäste. Eine alternde, einsame Primaballerina sucht neuen Lebensmut; ein verarmter, charmanter Baron schlägt sich als Hoteldieb durch; ein todkranker Buchhalter will seine letzten Tage in Saus und Braus verbringen; eine junge Stenotypistin träumt von Hollywood; und ein skrupelloser Industrieller kämpft um sein bröckelndes Imperium. Während Liebe, Verzweiflung, Betrug und Tod aufeinanderprallen, dreht sich das Leben im Hotel unbeirrt weiter – „immer dasselbe" und doch für jeden ein Wendepunkt.
Kulturelle Bedeutung
Grand Hotel gilt als Triumph der Regiekunst Tommy Tunes, der die ineinander verschachtelten Episoden ohne Umbaupausen zu einem ununterbrochenen Bilderfluss verband. Mit Nummern wie dem mitreißenden „We'll Take a Glass Together" und der Ballade „Love Can't Happen" verbindet die Partitur Charleston-Eleganz und Weimarer Dekadenz. Das Stück steht exemplarisch für das durchchoreografierte „Konzept-Musical" der späten 1980er-Jahre und für die Faszination der untergehenden Welt der Weimarer Republik.