Über das Werk
„Gittersee" ist eine Bühnenfassung nach dem gleichnamigen Debütroman von Charlotte Gneuß aus dem Jahr 2023. Der Titel nennt einen Stadtteil von Dresden. Erzählt wird eine Geschichte des Erwachsenwerdens in der DDR der 1970er-Jahre, in der eine junge Frau unversehens zwischen erste Liebe, Familie und die Mechanismen des Überwachungsstaats gerät.
Handlung
Im Dresden der 1970er-Jahre lebt die sechzehnjährige Karin in den Verhältnissen der DDR. Als ihr Freund eines Tages plötzlich verschwindet — er hat sich in den Westen abgesetzt —, gerät Karin ins Blickfeld der Staatssicherheit. Ein Mann des Apparats nimmt Anteil an ihr, gewinnt ihr Vertrauen und beginnt, sie nach und nach unter Druck zu setzen und in die Logik von Beobachtung und Denunziation hineinzuziehen. Zwischen Schule, Familie, Freundschaft und der Sehnsucht nach Nähe muss Karin lernen, wem sie trauen kann. Was als Geschichte eines Heranwachsens beginnt, wird zur Erfahrung von Misstrauen, Verstrickung und Verrat in einem System, das bis in die intimsten Beziehungen hineinreicht.
Kulturelle Bedeutung
Charlotte Gneuß' Roman „Gittersee" zählte zu den meistdiskutierten deutschsprachigen Debüts des Jahres 2023 und stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Das Werk verbindet einen Coming-of-Age-Stoff mit einer genauen Schilderung des Lebens in der DDR und der allgegenwärtigen Präsenz der Staatssicherheit. Bühnenfassungen übertragen diesen Stoff über Vertrauen und Schuld in einer überwachten Gesellschaft auf das Theater.
