Geschichten aus dem Wiener Wald
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Geschichten aus dem Wiener Wald

Ödön von Horváth
Theater · 1931

Über das Werk

Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald" wurde 1931 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt und im selben Jahr mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Das „Volksstück" entlarvt hinter der Wiener Gemütlichkeit Brutalität, Verlogenheit und soziale Kälte. Horváths Figuren sprechen einen entlarvenden „Bildungsjargon".

Handlung

Marianne, Tochter des Spielwarenhändlers, den alle nur den „Zauberkönig" nennen, soll auf Wunsch des Vaters den braven Fleischhauer Oskar heiraten. Doch beim Ausflug in den Wiener Wald verliebt sie sich in den charmanten Tagedieb und Spieler Alfred und bricht aus der vorgezeichneten Ordnung aus. Sie zieht mit Alfred zusammen und bekommt ein Kind, doch das Geld reicht nicht; Alfred wendet sich ab, Marianne muss als Nackttänzerin in einem Varieté auftreten und gerät dabei mit dem Gesetz in Konflikt. Das Kind wird zu Alfreds Großmutter in die Wachau gegeben, die es in der Kälte zugrunde gehen lässt. Am Ende kehrt die gebrochene Marianne reumütig zum „Zauberkönig" und zum verzeihenden Oskar zurück — die scheinbare Versöhnung bei Heurigenmusik ist von eisiger Ironie.

Kulturelle Bedeutung

„Geschichten aus dem Wiener Wald" gilt als Meisterwerk des kritischen Volksstücks. Horváth nutzt Walzerseligkeit und Heurigenstimmung als Folie, vor der sich Egoismus und Grausamkeit der Kleinbürger umso schärfer abzeichnen. Das Stück gehört zum Kernrepertoire des deutschsprachigen Theaters; Inszenierungen u. a. an der Berliner Schaubühne und am Wiener Burgtheater sowie die Verfilmung durch Maximilian Schell (1979) zählen zu den Referenzen.

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