Über das Werk
„Gayaneh" ist ein Ballett mit der Musik des armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan, das 1942 uraufgeführt wurde — mitten im Zweiten Weltkrieg, durch das nach Perm evakuierte Leningrader Kirow-Ballett. Berühmt wurde vor allem die mitreißende Tanzmusik, allen voran der „Säbeltanz". Die Handlung ist im Stil des sozialistischen Realismus angesiedelt.
Handlung
Das Ballett spielt auf einer Kolchose im sowjetischen Armenien. Die junge, fleißige Baumwollpflückerin Gayaneh ist mit Giko verheiratet, einem trägen und zwielichtigen Mann, der sich der gemeinschaftlichen Arbeit verweigert und sich schließlich als Verräter und Brandstifter erweist. Während Gayaneh treu zu ihrem Kollektiv steht, gefährdet Gikos Verrat die Gemeinschaft. In dramatischer Zuspitzung — Bedrohung, Feuer und das Eingreifen der Grenzsoldaten — wird das Unheil abgewendet. Am Ende, im für die Gattung typischen versöhnlichen Schluss, findet Gayaneh ein neues, glückliches Auskommen, und die Festszenen münden in ausgelassene Tänze der verschiedenen Völker des Kaukasus, gekrönt vom rasenden „Säbeltanz".
Kulturelle Bedeutung
„Gayaneh" verdankt seinen Weltruhm vor allem Chatschaturjans Musik: Der „Säbeltanz" wurde zu einem der bekanntesten Orchesterstücke überhaupt, und das berühmte Adagio fand u. a. in Stanley Kubricks Film „2001: Odyssee im Weltraum" Verwendung. Während die Handlung als Zeitdokument des sozialistischen Realismus gilt, ist die Suite aus dem Ballett bis heute fester Bestandteil des Konzertrepertoires.
