Über das Werk
Freitag aus Licht – deren Hauptteil auch „Freitag-Versuchung" heißt – ist die fünfte komponierte der sieben Opern in Karlheinz Stockhausens Zyklus Licht – Die sieben Tage der Woche, entstanden 1991–1994. Sie wurde von Udo Zimmermann für die Oper Leipzig in Auftrag gegeben und dort am 12. September 1996 uraufgeführt – die letzte Licht-Oper, die unter Mitwirkung des Komponisten szenisch herauskam. Der Freitag ist der Tag der Versuchung; er steht im Zeichen Evas und ihrer Verführung.
Handlung
Nach einem „Freitags-Gruß" entfaltet sich die „Freitag-Versuchung": Eva, in einer glücklichen Verbindung mit Michael, wird von Luzifers Sohn Kaino verführt und lässt sich auf eine Beziehung mit ihm ein. Aus dieser „falschen" Verbindung entspringen groteske Mischwesen, und die Welt gerät in Unordnung – ein Sündenfall, der in Krieg und Zerstörung mündet, ehe Reue und Reinigung folgen. Begleitet wird die Handlung von zwölf „Klang-Szenen" und Paaren von Kinderfiguren sowie von einer durchgehenden elektronischen Musik, die mit konkreten Geräuschklängen eine eigene Bedeutungsebene bildet.
Kulturelle Bedeutung
Freitag aus Licht verhandelt das uralte Motiv von Verführung und Sündenfall in Stockhausens eigener mythologischer Sprache. Die Oper ist berühmt für ihre ausgedehnte elektronische Musik und ihre „Klangszenen", in denen reale Geräusche zu einer surrealen Klangwelt montiert werden. Als zweite Licht-Uraufführung an der Oper Leipzig (nach dem Dienstag) verbindet sie sich eng mit der Stadt. Wie der ganze Zyklus beruht auch der Freitag vollständig auf der dreistimmigen Superformel und vereint Gesang, Instrumental- und Tanztheater mit elektronischer Klangregie zu einem Welttheater von radikaler Konsequenz.
