Über das Werk
„Frauenliebe und -leben" — hier unter dem Titel „Frauenliebe und -sterben" geführt — ist ein Liederzyklus von Robert Schumann aus dem Jahr 1840, seinem „Liederjahr". Schumann vertonte acht Gedichte von Adelbert von Chamisso für Singstimme und Klavier. Der Zyklus schildert ein Frauenleben von der ersten Liebe bis zum Tod des Gatten und gehört zu den berühmtesten Werken der romantischen Liedkunst.
Handlung
In acht aufeinanderfolgenden Liedern durchläuft eine Frau die Stationen ihrer Liebe. Zu Beginn erblickt sie den geliebten Mann und kann an nichts anderes mehr denken („Seit ich ihn gesehen"); sie hält ihn für den „Herrlichsten von allen" und zweifelt, seiner würdig zu sein. Es folgen das ungläubige Glück der erwiderten Liebe, die Verlobung mit dem Ring am Finger, die Vorbereitung zur Hochzeit und die Hochzeit selbst. Die junge Frau wird Mutter und besingt zärtlich ihr Kind an der Brust. Im letzten Lied bricht das Glück jäh ab: Der Gatte ist gestorben. In Trauer zieht sich die Frau in die Welt ihrer Erinnerung zurück — das Klavier wiederholt am Ende die Melodie des ersten Liedes und schließt den Kreis eines ganzen Lebens.
Kulturelle Bedeutung
Schumanns Zyklus ist eines der meistgesungenen Werke der romantischen Liedliteratur und ein Höhepunkt seines Schaffens im „Liederjahr" 1840. Zugleich wird das im 19. Jahrhundert entworfene Frauenbild — die völlige Hingabe der Frau an den Mann — heute kritisch diskutiert, was zahlreiche szenische Deutungen und Neukontextualisierungen angeregt hat. Der Zyklus gehört zum Kernrepertoire des Liederabends.
