Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen
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Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen

Sibylle Berg
Theater · 2013
PostdramatikZeitgenossenMonolog

Über das Werk

Sibylle Bergs Stück wurde am 23. November 2013 am Maxim Gorki Theater Berlin unter der Regie von Sebastian Nübling uraufgeführt, in Koproduktion mit dem Jungen Theater Basel. Der Text trägt im Untertitel den Zusatz Ein Text von Frau Berg für eine Person und mehrere Stimmen. Oder anders und zählt zum wichtigsten Beitrag der Autorin zum zeitgenössischen deutschsprachigen Theater. Das Werk wurde von der Zeitschrift Theater heute zum Stück des Jahres 2014 gewählt.

Handlung

Eine junge Frau, Mitte Zwanzig, sitzt abends allein in ihrer Wohnung. Draußen ist die Welt — aber sie bleibt lieber drinnen, verschanzt sich vor den Erwartungen, die das Draußen an sie stellt: erfolgreich und fit, aber cool. Politisch korrekt, aber nicht Mainstream. Mit Modelfigur, aber anstrengungslos. Nicht gebunden, aber ständig auf erotischer Entdeckungstour. Die Protagonistin tritt mit ihrer Umwelt nur noch über SMS, Skype und Telefon in Kontakt. Ihre Wut, Erschöpfung und Sehnsucht artikuliert sich in einem Redestrom, der zwischen Sarkasmus und Verzweiflung oszilliert. In Nüblings Inszenierung wird dieser Monolog auf vier Schauspielerinnen verteilt — als Chor einer Generation.

Kulturelle Bedeutung

Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen ist eines der einflussreichsten Stücke des deutschsprachigen Gegenwartstheaters und markierte den Beginn einer langen Zusammenarbeit zwischen Sibylle Berg und Sebastian Nübling am Maxim Gorki Theater. Die Inszenierung wurde 2019 zur Biennale Teatro nach Venedig eingeladen. Das Werk traf den Nerv einer Generation junger Frauen, die zwischen Selbstoptimierung und Rückzug ins Digitale gefangen ist. Berg schrieb später Fortsetzungen (Und dann kam Mirna, Nach uns das All, Und sicher ist mit mir die Welt verschwunden), die den Lebensweg der Protagonistin weiterführen.

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