Ein Volksfeind
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Ein Volksfeind

Henrik Ibsen
Theater · 1882
DramaWeltliteraturRealismus

Über das Werk

Henrik Ibsens Drama in fünf Akten wurde 1882 uraufgeführt, wenige Monate nach dem Skandal um „Gespenster". Das Stück, als direkte Antwort auf die negativen Reaktionen auf sein Vorgängerwerk geschrieben, behandelt das Verhältnis von Mehrheit und Wahrheit und gilt als eines der bedeutendsten politischen Dramen der Weltliteratur.

Handlung

Dr. Stockmann, Badearzt in einer norwegischen Kurstadt, entdeckt, dass das Wasser der örtlichen Heilquelle verseucht ist. Die Sanierung würde zwei Jahre dauern und die Stadt finanziell ruinieren. Sein Bruder, der Bürgermeister, versucht, die Wahrheit zu vertuschen. Als Stockmann beharrlich auf Veröffentlichung besteht, wendet sich zuerst die Presse gegen ihn, dann die Bürgerschaft. Auf einer Volksversammlung wird er öffentlich zum „Volksfeind" erklärt, seine Familie verliert Arbeit und Ansehen. Stockmann bleibt — trotzig, allein, aber ungebrochen — und verkündet: „Der stärkste Mann der Welt ist der, der ganz allein dasteht."

Kulturelle Bedeutung

Ein Volksfeind ist das wohl meistgespielte politische Drama weltweit und wurde in jeder gesellschaftlichen Krise neu gelesen — von der McCarthy-Ära über die Umweltbewegung bis zu aktuellen Debatten über Whistleblower und Fake News. Arthur Miller bearbeitete das Stück 1950 für Broadway, Thomas Ostermeier inszenierte es 2012 an der Schaubühne Berlin als Kommentar zur Finanzkrise. Die Figur des Stockmann bleibt ein Maßstab für zivilen Ungehorsam auf der Bühne.

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