Über das Werk
Donnerstag aus Licht ist die erste vollendete der sieben Opern aus Karlheinz Stockhausens monumentalem Zyklus Licht – Die sieben Tage der Woche. Zwischen 1978 und 1980 komponiert, wurde sie am 3. April 1981 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Der gesamte rund 29-stündige Zyklus, an dem Stockhausen 26 Jahre lang arbeitete, kreist um die drei Urgestalten Michael, Eva und Luzifer, die jeweils von einem Sänger, einem Instrumentalisten und einem Tänzer verkörpert werden. Der Donnerstag ist Michaels Tag – dem himmlischen Boten, dargestellt durch Tenor und Trompete.
Handlung
In drei Akten erzählt die Oper Michaels Werdegang. „Michaels Jugend" zeigt seine Kindheit und Ausbildung: das Erwachen seiner Begabungen in Gesang, Spiel und Tanz und den Abschied von den Eltern. Im zweiten Akt, „Michaels Reise um die Erde", umrundet Michael als Solo-Trompeter auf einer riesigen Weltkugel den Globus, begegnet fremden Klangwelten und einer Bassetthorn spielenden Eva, mit der er einen ekstatischen Liebesdialog führt, ehe ihn Luzifers Mächte verspotten. Im dritten Akt, „Michaels Heimkehr", kehrt Michael in himmlische Sphären zurück. Umrahmt wird das Ganze von „Donnerstags-Gruß" und „Donnerstags-Abschied", die das Publikum schon vor und nach der eigentlichen Bühnenhandlung mit Trompetenklängen empfangen und entlassen.
Kulturelle Bedeutung
Mit Donnerstag aus Licht begann eines der ehrgeizigsten Opernprojekte des 20. Jahrhunderts. Der zweite Akt mit dem berühmten Trompetensolo „Michaels Reise um die Erde" wurde zu einem eigenständigen Konzertstück und gehört zu Stockhausens meistgespielten Werken. Die Oper verbindet Gesang, Instrumentalvirtuosität, Tanz, Pantomime und elektronische Musik zu einem Gesamtkunstwerk, in dem – ähnlich Wagners Leitmotiven – jeder Figur eine eigene musikalische „Formel" zugeordnet ist. Donnerstag setzte den Maßstab für die gesamte Heptalogie und prägte die Idee eines mythischen Welttheaters für unsere Zeit.
