Über das Werk
Giacomo Meyerbeers Grande Opéra in fünf Akten wurde 1836 an der Pariser Oper uraufgeführt und gilt als das Paradewerk der französischen Grand Opéra. Das Libretto von Eugène Scribe verarbeitet die Ereignisse um die Bartholomäusnacht 1572, als in Paris tausende Hugenotten — französische Protestanten — von Katholiken ermordet wurden. Meyerbeer schuf mit diesem Werk einen der erfolgreichsten Opernabende des 19. Jahrhunderts.
Handlung
Paris, 1572. Der protestantische Edelmann Raoul de Nangis wird zum katholischen Hof des Grafen de Nevers eingeladen, wo ein Friedensfest stattfinden soll. Er verliebt sich in Valentine, die Tochter des katholischen Grafen Saint-Bris — ohne zu wissen, dass sie ihm bereits versprochen ist. Als die königliche Heirat geplant wird und Raoul Valentine in einem Missverständnis zurückweist, spitzen sich die Konflikte zu. In der Bartholomäusnacht, während die Hugenotten massakriert werden, konvertiert Valentine heimlich zu Raouls Glauben und wird mit ihm zusammen von ihrem eigenen Vater erschossen.
Kulturelle Bedeutung
Die Hugenotten war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die meistgespielte Oper weltweit und wurde über 1000-mal an der Pariser Oper aufgeführt. Richard Wagner bewunderte sie zunächst, grenzte sich später scharf ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das Werk wegen seiner riesigen Besetzung — sieben Hauptrollen, großes Ballett, gewaltige Chöre — nahezu vollständig von den Bühnen. Eine bemerkenswerte Wiederentdeckung gelang 2018 an der Deutschen Oper Berlin unter David Alden. Das Werk gilt als Paradebeispiel der Grand Opéra vor dem Wagnerschen Musikdrama.
