Dialogues des Carmélites
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Dialogues des Carmélites

Francis Poulenc
Oper · 1957

Über das Werk

Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites" wurde 1957 an der Mailänder Scala uraufgeführt. Das Libretto stammt von Poulenc selbst nach Georges Bernanos' Drama (1948), das wiederum auf Gertrud von Le Forts Erzählung „Die Letzte am Schafott" (1931) basiert. Die Oper schildert das historisch belegte Martyrium der 16 Karmelitinnen von Compiègne, die 1794 während der französischen Revolution guillotiniert wurden.

Handlung

Paris 1789, beim Ausbruch der Französischen Revolution. Die ängstliche Aristokraten-Tochter Blanche de la Force tritt aus Furcht vor dem Leben in den Karmelitinnen-Konvent von Compiègne ein. Sie freundet sich mit der jungen Schwester Constance an, die ihr prophezeit, sie würden zusammen sterben. Die alte Priorin Madame de Croissy stirbt in einer berühmten, schrecklichen Sterbeszene — von Schmerz und Glaubenszweifeln gequält. Die neue Priorin, Madame Lidoine, übernimmt das Konvent. Die Revolution breitet sich aus; das Konvent wird verboten, der Klosterbesitz beschlagnahmt. Die Schwestern legen ein freiwilliges Martyriums-Gelübde ab. Blanche flieht in Panik nach Paris zur Familie; sie kommt erst zurück, als die anderen bereits zur Hinrichtung geführt werden. In der Schluss-Szene — Höhepunkt der Operngeschichte — ziehen die Karmelitinnen singend zur Guillotine. Während der Hymne „Salve Regina" verstummt eine Stimme nach der anderen unter dem Fall des Beils — bis zur letzten. Da tritt Blanche aus der Menge, vereint sich mit ihren Schwestern, und stirbt mit dem Gesang „Veni Creator".

Kulturelle Bedeutung

Dialogues des Carmélites ist die wichtigste französische Oper der Nachkriegszeit und Poulencs Hauptwerk. Die Schluss-Szene mit dem in der Guillotine verstummenden Salve Regina gilt als einer der erschütterndsten Momente der gesamten Opernliteratur. Karmelitinnen-Inszenierungen unter John Dexter (Met, 1977), Robert Carsen, Dmitri Tcherniakov und Olivier Py haben das Werk im Repertoire fest etabliert. Die geistliche Tiefe — Poulenc war gläubiger Katholik — und die ringenden, modernistischen Klangfarben machen die Oper zu einem theologisch-musikalischen Sonderfall.

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Oper Frankfurt · Frankfurt am Main
13. Juni 2027 · 4×
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