Über das Werk
Carl Zellers Operette in drei Akten wurde 1891 am Theater an der Wien uraufgeführt und ist neben Johann Strauss' „Fledermaus" das meistgespielte Werk der Wiener Goldenen Operettenära. Das Libretto von Moritz West und Ludwig Held spielt nicht in Wiener Salons, sondern in einem pfälzischen Dorf des 18. Jahrhunderts — eine bewusste Abkehr vom urbanen Flair, die das Werk besonders im ländlichen Raum populär machte.
Handlung
Der tiroler Vogelhändler Adam kommt in ein kurpfälzisches Dorf, um seiner Verlobten Christel Vögel zu bringen. Christel, die als Briefträgerin arbeitet, hofft auf eine Anstellung für Adam beim Kurfürsten. Unterdessen verbringt der Kurfürst seine Zeit lieber auf der Jagd als im Ehebett — seine Gemahlin Marie kommt inkognito ins Dorf und lernt Adam kennen. Durch Verwechslungen und höfische Intrigen gerät Adams Treue zu Christel in Verdacht, und es kommt zum Streit. Am Ende lösen sich die Missverständnisse, Adam bekommt seinen Hofposten, und die Kurfürstin versöhnt Christel mit ihrem Bräutigam.
Kulturelle Bedeutung
Der Vogelhändler etablierte die Gattung der „ländlichen Operette" als Gegenpol zur Wiener Salonwelt und beeinflusste Werke wie „Der fidele Bauer" oder „Das Dreimäderlhaus". Die Arie „Schenkt man sich Rosen in Tirol" wurde zum Volkslied und gehört zum eisernen Repertoire österreichischer Volkssänger. Das Werk wird bis heute vor allem an deutschen und österreichischen Stadttheatern gespielt und gilt als Paradestück für charakterstarke Tenöre und resolute Soubretten. Mehrere Verfilmungen, zuletzt 1962 mit Erika Köth, haben das Werk über die Operetten-Bühne hinaus bekannt gemacht.
