Über das Werk
„Der Liebling" ist eine feministische Farce der Dramatikerin Svenja Viola Bungarten, die am 14. März 2025 am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt wurde (Regie: Anita Vulesica). Mit stark überzeichneten Figuren – einer Tradwife, einer in ihre Erzrivalin verliebten CEO und zwei Schwestern auf Rachemission – seziert das Stück Macht, Karriere und die Frage, ob Feminismus automatisch Solidarität bedeutet.
Handlung
Im Zentrum steht die CEO Franka König, die für ihre Karriere über Leichen geht und es genießt, ihren weinerlichen Sohn Karsten zu demütigen. Um sie herum gruppiert Bungarten ein Panoptikum grotesker Figuren, deren Wege sich in Intrigen, Machtspielen und Rachegelüsten verstricken. Statt einer realistischen Erzählung setzt die Farce auf Übertreibung und Tempo, um vorzuführen, dass Machtmissbrauch keineswegs ein rein männliches Phänomen ist – und dass weibliche Solidarität nicht selbstverständlich aus gemeinsamer Betroffenheit folgt. Nebenbei nimmt das Stück Arbeitswelt und Selbstoptimierung satirisch aufs Korn.
Kulturelle Bedeutung
Svenja Viola Bungarten zählt zu den profilierten jüngeren Stimmen der deutschsprachigen Dramatik. „Der Liebling" verschiebt die übliche Perspektive feministischer Stoffe: Statt einer Opfererzählung liefert das Stück eine bissige Komödie über Frauen an der Macht – und über die Ambivalenzen von Erfolg, Konkurrenz und Hierarchie. Damit reiht sich der Abend in ein Gegenwartstheater ein, das Geschlechterfragen mit Humor, Schärfe und ohne moralische Eindeutigkeit verhandelt.
