Über das Werk
Georg Büchners Revolutionsdrama in vier Akten wurde 1835 verfasst, erschien in einer zensierten Erstausgabe 1835, vollständig erst posthum. Die Uraufführung fand erst 1902 in Berlin statt. Büchner schrieb das Stück mit 21 Jahren im Hessischen Exil; es gilt heute als wegweisendes Werk des modernen Dramas.
Handlung
Paris, März/April 1794. Die Französische Revolution ist in der Phase der Schreckensherrschaft. Georges Danton, einst führender Jakobiner, hat sich aus Müdigkeit und Ekel an der Tugendrhetorik Robespierres aus der aktiven Politik zurückgezogen. Robespierre und Saint-Just sehen in Danton und seinen Anhängern (Camille Desmoulins, Hérault de Séchelles, Philippeau) eine Bedrohung. Trotz Warnungen verteidigt Danton sich nicht — eine Mischung aus Fatalismus und existenzieller Müdigkeit lähmt ihn. Er wird verhaftet, vor das Revolutionstribunal gestellt, in einer berühmten Verteidigungsrede stellt er die Revolution selbst vor Gericht. Vergebens: Robespierre lässt das Verfahren gewaltsam abkürzen. Am 5. April 1794 werden Danton und seine Freunde guillotiniert. Camilles Frau Lucile geht in den Wahnsinn und ruft auf der Straße „Es lebe der König!", um selbst hingerichtet zu werden.
Kulturelle Bedeutung
Dantons Tod ist eines der modernsten Dramen des 19. Jahrhunderts und wurde erst im 20. Jahrhundert in seiner radikalen Fragmenthaftigkeit erkannt. Büchners Vorwegnahme von Kafka, Beckett und der Theatersprache der Moderne — die Auflösung der Subjektivität in geschichtliche Gewalten — macht das Stück zur permanenten Herausforderung. Inszenierungen von Jürgen Flimm, Peter Stein und Dimiter Gotscheff zählen zu den Referenzaufführungen.
