Über das Werk
Das Musical von John Kander (Musik) und Fred Ebb (Texte) mit einem Buch von Joe Masteroff wurde 1966 am Broadway uraufgeführt. Es basiert auf Christopher Isherwoods „Berlin Stories" und John van Drutens Bühnenfassung „I Am a Camera" und schildert das Nachtleben Berlins 1930/31 vor dem Hintergrund des erstarkenden Nationalsozialismus.
Handlung
Berlin, Ende 1930: Der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw kommt in die Stadt, um einen Roman zu schreiben, und quartiert sich bei Fräulein Schneider ein, die der jüdische Obsthändler Herr Schultz umwirbt. Im Kit Kat Club, präsidiert vom androgynen Conférencier, lernt Cliff die britische Sängerin Sally Bowles kennen, die zu ihm zieht und schwanger wird. Während sich die Liebesgeschichte entfaltet, entlarvt sich Cliffs Bekannter Ernst Ludwig als Nazi. Schneider löst die Verlobung mit Schultz, als sie erkennt, was diesem unter den Nazis droht. Sally flüchtet sich in die Illusion des Kabaretts – „Life is a cabaret" –, während Cliff allein nach Paris abreist.
Kulturelle Bedeutung
Cabaret revolutionierte das Musical, indem es die Nummernrevue zum politischen Kommentar machte und die Unterhaltungsform selbst zum Spiegel einer Gesellschaft im Verfall. Der Conférencier des Kit Kat Clubs – verkörpert von Joel Grey, Alan Cumming und Eddie Redmayne – ist eine der ikonischsten Figuren der Musicalgeschichte. Bob Fosses Verfilmung von 1972 mit Liza Minnelli gewann acht Oscars. Sam Mendes' Inszenierung von 1993 verschob das Werk in noch dunkleres Terrain. „Wilkommen", „Money, Money" und der Titelsong sind Klassiker der Unterhaltungsmusik.
