Über das Werk
„Bondi Beach" ist eine Komödie der Berliner Dramatikerin Rebekka Kricheldorf. Das Stück wurde 2023 unter diesem Titel am Theater Ingolstadt uraufgeführt (Regie: Schirin Khodadadian) und u. a. auch am Hans Otto Theater Potsdam gespielt; in einer neueren Fassung änderte die Autorin den Titel in „Baga Beach". Mit pointierten, schnellen Dialogen und feinem Gespür für den Zeitgeist erzählt Kricheldorf von einer Gruppe langjähriger Freund:innen in der Lebensmitte – von Freundschaft, Verantwortung, Freiheit und der Angst, die eigene Lebenszeit zu verpassen.
Handlung
Fünf langjährige Freund:innen – Zoe, Dennis, Tristan, Fiffy und Nico – haben über die Jahrzehnte viel miteinander geteilt. Ihr früheres Party-Leben ist längst maßvollen Freizeitaktivitäten gewichen, etwa der Weinwanderung in standesgemäßer Gore-Tex-Kleidung. Nun treffen sie sich, um – zwischen Pragmatismus, Einsicht und Widerwillen – ihre Patientenverfügungen und Bestattungswünsche zu regeln. Aus diesem Anlass entfaltet sich ein rasantes Gespräch über richtige Entscheidungen und verpasste Gelegenheiten, über das echte und das falsche Leben, über die Suche nach sich selbst zwischen Gewinn und Verlust, Liebe und Einsamkeit – eine anarchische, böse-komische Bestandsaufnahme des Älterwerdens.
Kulturelle Bedeutung
Rebekka Kricheldorf gehört zu den meistgespielten deutschsprachigen Gegenwartsdramatikerinnen; ihre Komödien sezieren mit Sprachwitz und Schärfe die Selbstbilder und Widersprüche des gebildeten Bürgertums. „Bondi Beach" überträgt diesen Blick auf die Generation, die mit Älterwerden, Endlichkeit und der Bilanz des eigenen Lebens konfrontiert ist. Das Stück steht für ein Theater, das gesellschaftliche Befindlichkeiten in pointierten Dialogkomödien verhandelt – unterhaltsam und zugleich entlarvend.
