Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt
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Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt

Felicia Zeller
Theater · 2026

Über das Werk

„Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt" ist ein dokumentarisch grundiertes Theaterstück der Dramatikerin Felicia Zeller. Es entstand auf Grundlage von Interviews mit ehemaligen und aktuellen Bewohnerinnen des Oberhausener Frauenhauses sowie mit Opferberaterinnen, einer Anwältin und der Leitung der Einrichtung. Die Uraufführung fand im Mai 2023 am Theater Oberhausen statt (Regie: Eike Weinreich). Zeller verdichtet die realen Erfahrungen zu einer eigenwilligen, hochartifiziellen Bühnensprache.

Handlung

Sechs Frauen – Anna, Ronja, Aylin, Charifa, Melanie und Maria – haben Gewalt erlebt und Zuflucht in einem Frauenhaus gefunden. Aus ihren Stimmen entfaltet der Abend ein Panorama weiblicher Gewalterfahrung quer durch alle Altersgruppen und sozialen Schichten. Statt einer linearen Handlung montiert Zeller Sprachfragmente, die verbale Machtstrategien, Ohnmachtserfahrungen, Prägungen und die Abwehrmechanismen von Behörden präzise offenlegen. Ein wiederkehrendes Motiv ist die kaum durchdringbare Bürokratie rund um die Aufnahme ins Frauenhaus – der „Antrag" des Titels.

Kulturelle Bedeutung

Häusliche Gewalt zählt zu den am weitesten verbreiteten und zugleich am wenigsten sichtbaren Formen von Gewalt. Felicia Zeller, eine der profiliertesten deutschsprachigen Gegenwartsdramatikerinnen, macht das Thema durch ihre charakteristische, rhythmisierte Kunstsprache hörbar, ohne die Betroffenen vorzuführen. Das Stück steht in der Tradition des dokumentarischen Theaters und wurde nach der Uraufführung an mehreren Häusern in Deutschland und Österreich nachgespielt – ein Beleg für seine gesellschaftliche Dringlichkeit.

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