Die Salles de Pologne sind die prachtvollen neobarocken Festsäle im ehemaligen Hôtel de Pologne in der Leipziger Hainstraße, einer der ältesten Straßen der Innenstadt. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als hier die Gasthöfe „Zum Goldenen Adler" und „Zum Birnbaum" standen, in denen 1519 schon Martin Luther zu Gast war. Ab 1819 fasste der Gastwirt Christian August Pusch die Häuser zusammen und benannte sie – in Erinnerung an den polnischen König Stanisław I. Leszczyński – Hôtel de Pologne. Nach einem Brand entstand 1847/48 das damals größte Hotel der Stadt; 1892/93 erhielt es durch den Architekten Arwed Roßbach seine Fassade im Stil der florentinischen Renaissance. Nach jahrelangem Leerstand wurde das Baudenkmal aufwendig saniert und 2014 als festliche Veranstaltungs- und Konzertlocation wiedereröffnet. Heute finden im Barocksaal und im reich verzierten Schwanensaal Konzerte – etwa im Rahmen des Bachfests Leipzig oder als stimmungsvolle Candlelight-Konzerte –, Galas und festliche Anlässe statt.
Neobarocke Festsäle (Barock- und Schwanensaal) im ehemaligen Hôtel de Pologne, Hainstraße; heute u. a. Konzert- und Veranstaltungsort.
