Gewandhaus zu Leipzig
CONCERT

Gewandhaus zu Leipzig

Leipzig, Deutschland

Das Gewandhaus zu Leipzig am Augustusplatz, eröffnet am 8. Oktober 1981, ist die Heimstätte des Gewandhausorchesters Leipzig — eines der ältesten und renommiertesten bürgerlichen Konzertorchester der Welt, dessen Tradition bis 1743 zurückreicht. Es ist der dritte Konzertsaal dieses Namens: Der erste wurde 1781 nach Plänen Johann Carl Friedrich Dauthes im Tuchhandelsgebäude (dem namensgebenden Gewandhaus) errichtet und sah die Uraufführung von Beethovens „Emperor"-Klavierkonzert 1811. Das zweite Gewandhaus im Musikviertel, 1884 eröffnet, wurde 1943/44 durch Bombenangriffe zerstört. Den Grundstein für den heutigen Bau legte 1977 Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, der den Wiederaufbau zur kulturellen Lebensaufgabe machte. Entworfen wurde das Haus vom Leipziger Architekten Rudolf Skoda und gilt als einziges Konzerthaus, das in der DDR neu erbaut wurde. Während des Baus wurde der Große Saal mehrfach mit NVA-Soldaten gefüllt, um die Akustik unter Vollbesetzung zu testen. Der amphitheatralisch angelegte Große Saal mit 1.900 Plätzen und seinem charakteristischen Sighard-Gille-Deckengemälde „Gesang vom Leben" — mit 712 Quadratmetern eines der größten Deckengemälde Europas — gilt als einer der akustisch besten Säle Deutschlands. Über dem Orgelprospekt prangt das Motto „Res severa verum gaudium" („Wahre Freude ist eine ernste Sache"), ein Seneca-Zitat, das das Gewandhaus seit 1781 begleitet. Das Gewandhausorchester wirkt seit seiner Gründung als bürgerliches Konzertorchester unter Leitung berühmter Kapellmeister: Felix Mendelssohn Bartholdy (ab 1835), Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Franz Konwitschny und Kurt Masur — der das Haus 1989 während der Friedlichen Revolution für die historischen „Gewandhaus-Gespräche" öffnete. Seit 2018 leitet der lettische Dirigent Andris Nelsons das Orchester als Gewandhauskapellmeister. Das Orchester erfüllt einen weltweit einzigartigen Dreifach-Auftrag: Konzerte im Gewandhaus, Opernaufführungen an der Oper Leipzig und die kirchenmusikalische Begleitung der Thomaskirche, wo einst Johann Sebastian Bach als Thomaskantor wirkte.

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Während des Baus in der DDR wurden zum Test der Akustik wiederholt NVA-Soldaten in den leeren Saal beordert, um eine vollbesetzte Reihe zu simulieren.

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