Das Renaissance-Theater in der Knesebeckstraße 100 Ecke Hardenbergstraße des Berliner Ortsteils Charlottenburg (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) ist das einzige vollständig erhaltene Art-déco-Theater Europas. Es steht unter Denkmalschutz. Der Architekt war Oskar Kaufmann. Das Gebäude war 1902 von Konrad Reimer und Friedrich Körte als Korporationshaus für den 1847 gegründeten Akademischen Verein Motiv errichtet worden und hatte seit 1919 ein Kino beherbergt. Am 18. Oktober 1922 eröffnete Theodor Tagger das Renaissance-Theater mit Gotthold Ephraim Lessings Stück Miss Sara Sampson. Tagger blieb bis Juli 1926 Direktor des Theaters, dann wurde es unter Einbeziehung des Obergeschosses vom Theaterarchitekten Oskar Kaufmann umgebaut. Finanziert wurde der Umbau vom Unternehmer Jakob Michael. Die Neueröffnung fand am 8. Januar 1927 statt. Von 1927 bis 1930 war Gustav Hartung Direktor des Renaissance-Theaters. 1929 inszenierte er Ferdinand Bruckners Krankheit der Jugend, ohne zu wissen, dass sich hinter diesem Pseudonym sein Vorgänger Theodor Tagger verbarg. Das Theater wurde 1933 geschlossen, 1937 zog die Reichsschrifttumskammer in den Räumen über dem Theater ein. Am 27. Mai 1945 nahm das Renaissance-Theater trotz Kriegsschäden den Spielbetrieb wieder auf. 1946 erfolgte eine einfache Instandsetzung durch den Architekten von Lülsdorff, eine Restaurierung wurde erst 1985 von Michael Lindenmeyer vorgenommen. Dabei erfolgte auch der Einbau der blauen Verglasung von Hella Santarossa.
Das Renaissance-Theater wurde 1922 gegründet und ist eines der ältesten erhaltenen Privattheater Berlins — sein Jugendstil-Saal ist nahezu im Originalzustand erhalten.
