Über das Werk
Zwei Witwen (tschechisch Dvě vdovy) ist eine komische Oper in zwei Akten von Bedřich Smetana nach einem Libretto von Emanuel Züngel, das auf dem Einakter „Les deux veuves“ des französischen Dramatikers Félicien Mallefille beruht. Smetana komponierte das Werk zwischen 1873 und 1874 und leitete selbst die Uraufführung am 27. März 1874 am Prager Interimstheater.
Handlung
Die wohlhabende Witwe Karolina drängt ihre zurückhaltende, noch trauernde Cousine Anežka dazu, sich wieder auf das Leben einzulassen, und lässt dafür den Gutsherrn Ladislav, den sie fälschlich für einen Wilderer hält, kurzerhand festsetzen. Erst als Ladislav aus seiner Gefangenschaft ein Liebeslied anstimmt, entdeckt Anežka ihre Zuneigung zu ihm – befeuert durch Karolinas eigenes kokettes Interesse an ihm. Der Abend endet mit einem Fest, bei dem gleich zwei Paare zueinanderfinden, darunter auch die Nebenfiguren Lidka und Toník.
Kulturelle Bedeutung
Die konservative Prager Kritik empfand die durchkomponierte, an Wagner geschulte Faktur zunächst als befremdlich; Smetana überarbeitete das Werk 1877 grundlegend, ersetzte gesprochene Dialoge durch Rezitative und erweiterte die Partitur um neue Nummern. In dieser zweiten Fassung gehört „Zwei Witwen“ bis heute zum festen Repertoire der tschechischen Opernbühnen.
