Über das Werk
Federico García Lorca schrieb „Yerma“ 1934 als zweiten Teil seiner sogenannten andalusischen Trilogie über Frauen im ländlichen Spanien, nach „Bluthochzeit“ und vor „Bernarda Albas Haus“. Er selbst bezeichnete das Stück als „tragisches Gedicht“; die Uraufführung fand am 29. Dezember 1934 im Teatro Español in Madrid statt, mit Margarita Xirgu in der Titelrolle.
Handlung
Yerma ist seit zwei Jahren mit dem Bauern Juan verheiratet, den sie nicht aus Liebe, sondern auf Wunsch ihres Vaters geheiratet hat, und leidet zunehmend unter ihrer Kinderlosigkeit. Während Juan sich mit der Lage abfindet, sucht sie verzweifelt nach Auswegen, von Wallfahrten bis zu abergläubischen Ritualen, und nähert sich dabei innerlich dem Hirten Victor, ihrer Jugendliebe, an. Als Juan ihr am Ende offen erklärt, nie ein Kind gewollt zu haben, erwürgt Yerma ihn in einem Ausbruch von Verzweiflung.
Kulturelle Bedeutung
Wie „Bluthochzeit“ verbindet „Yerma“ Prosa mit lyrischen Chorpassagen und behandelt die gesellschaftliche Zwangslage der Frau im katholisch-ländlichen Spanien der 1930er-Jahre. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 15. April 1944 am Schauspielhaus Zürich statt; das Stück gehört bis heute zu den meistgespielten Werken Lorcas.