Über das Werk
Die Bühnenfassung geht auf Georges Perecs komischen Kurzroman „Quel petit vélo à guidon chromé au fond de la cour ?“ zurück, der 1966 in Paris erschien, kurz nachdem Perec für sein Debüt „Die Dinge“ den Prix Renaudot erhalten hatte. Auf Deutsch liegt der Text in der Übersetzung von Eugen Helmlé als „Was für ein kleines Moped mit verchromter Lenkstange steht dort im Hof?“ vor. Die Uraufführung der Bühnenfassung unter dem Titel „Weil der Frieden Zucker ist!“ ist für den 7. November 2026 am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg angesetzt (Regie: Anita Vulesica).
Handlung
Paris zur Zeit des Algerienkriegs: Der Unteroffizier Henri Pollak fährt jeden Abend auf seinem Moped aus der Kaserne in Vincennes zu seinen Freunden. Als ein junger Soldat, dessen Name sich im Lauf der Erzählung immer wieder ändert, nach Algerien geschickt werden soll, beschließen die Freunde, ihn vor dem Einsatz zu bewahren. Ihre Pläne reichen von einem gebrochenen Arm bis zu vorgetäuschtem Wahnsinn und werden immer abenteuerlicher.
Kulturelle Bedeutung
Perec erzählt die Geschichte als übermütiges Sprachspiel mit übersteigerten rhetorischen Figuren und wechselnden Stilebenen, angeregt von Raymond Queneau; am Ende steht ein Register der verwendeten Stilmittel. Unter der komischen Oberfläche verhandelt der Text Kriegsdienstverweigerung und Pazifismus. Bei Erscheinen fand er in der Presse wenig Echo und blieb neben Perecs Hauptwerken am wenigsten beachtet, wurde aber mehrfach von kleineren Theatergruppen gespielt.