War Requiem
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War Requiem

Benjamin Britten
Konzert · 1962

Über das Werk

Das War Requiem op. 66 ist ein groß besetztes Werk für Soli, Chöre und Orchester von Benjamin Britten, das überwiegend 1961 entstand und im Januar 1962 fertig wurde. Den Auftrag gab die Weihe der neuen Kathedrale von Coventry, die an die Stelle des im Zweiten Weltkrieg bei einem deutschen Luftangriff zerstörten mittelalterlichen Baus trat. Uraufgeführt wurde es am 30. Mai 1962 in Coventry: Meredith Davies leitete das City of Birmingham Symphony Orchestra, Britten selbst das Melos Ensemble.

Handlung

Britten verschränkt die lateinische Totenmesse (Missa pro Defunctis) mit neun englischen Gedichten von Wilfred Owen, der am 4. November 1918, eine Woche vor dem Waffenstillstand, in Frankreich fiel. Sopran, gemischter Chor und großes Orchester tragen die Liturgie, ein von einer kleinen Orgel begleiteter Knabenchor klingt wie aus der Ferne, während Tenor und Bariton mit einem Kammerorchester Owens Kriegsgedichte singen. Erst im Schlusssatz finden alle Gruppen zusammen: In „Strange Meeting“ trifft ein Soldat auf den Feind, den er getötet hat, und die Stimmen münden gemeinsam in das „In paradisum“.

Kulturelle Bedeutung

Das Werk des Pazifisten Britten gilt als eines seiner Hauptwerke und wurde schon nach der Uraufführung als zeitgenössisches Meisterwerk gefeiert. Als Zeichen der Versöhnung waren eine russische Sopranistin (Galina Wischnewskaja), ein englischer Tenor (Peter Pears) und ein deutscher Bariton (Dietrich Fischer-Dieskau) vorgesehen; weil die sowjetischen Behörden Wischnewskaja nicht ausreisen ließen, sprang Heather Harper ein. Die Einspielung unter Brittens Leitung von 1963 verkaufte sich binnen fünf Monaten 200.000-mal und kam 2019 in das National Recording Registry der Library of Congress.

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