Über das Werk
Virginia ist eine tragedia lirica in drei Akten von Saverio Mercadante nach einem Libretto von Salvadore Cammarano, das auf Vittorio Alfieris gleichnamiger Tragödie und letztlich auf der bei Titus Livius überlieferten Sage beruht. Vollendet bereits 1850, wurde das Werk von der bourbonischen Zensur wegen seines tyrannenfeindlichen Stoffs verboten und kam erst nach dem Ende des Königreichs beider Sizilien am 7. April 1866 am Teatro San Carlo in Neapel zur Uraufführung.
Handlung
Der römische Patrizier Appio begehrt die Bürgerliche Virginia, die mit Icilio verlobt ist. Nach einer von Appio angezettelten falschen Anklage wird Icilio ermordet, und ein Tribunal erklärt Virginia zur Sklavin. Um sich Appios Zugriff zu entziehen, tötet sich Virginia selbst – ihr Tod löst einen Volksaufstand gegen den Tyrannen aus.
Kulturelle Bedeutung
Mercadante weigerte sich, die von den Zensoren geforderten Änderungen vorzunehmen, und ließ die Oper 16 Jahre lang unaufgeführt liegen, statt sie zu entschärfen. Als sein letztes zur Aufführung gelangtes Bühnenwerk gilt Virginia als Beleg für seine künstlerische Standhaftigkeit gegenüber politischer Zensur.
