Über das Werk
Verter ist eine einaktige komische Oper (Farsa) von Johann Simon Mayr nach einem Libretto von Simeone Antonio Sografi, das auf der ersten italienischen Übersetzung (Poschiavo, 1782) von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ beruht. Mayr komponierte das Werk vermutlich zwischen 1794 und 1797 in Venedig; das Manuskript galt lange als verschollen und wurde erst 1994 in einem Mailänder Konservatoriumsarchiv wiederentdeckt, wo Mayrs Name zweifach vermerkt ist.
Handlung
Anders als Goethes Vorlage endet die Handlung versöhnlich: Carlotta ist mit Alberto verheiratet und hat zwei Kinder. Sowohl der junge Maler Verter als auch der Hauslehrer Giorgio verlieben sich in sie, doch Giorgios Intrigen fliegen auf, und er muss das Haus verlassen.
Kulturelle Bedeutung
Musikwissenschaftliche Untersuchungen – etwa stilistische Bezüge zu Mozarts „Zauberflöte“ – gelten als Beleg für Mayrs Autorschaft. Zur eigentlichen Bühnen-Uraufführung kam es jedoch erst über 200 Jahre nach der Entstehung: Am 20. und 25. Juli 2001 wurde die Farsa beim Festival Rossini in Wildbad erstmals gespielt.