Über das Werk
Gerhart Hauptmann schrieb das Märchendrama im Herbst 1905; im Untertitel nennt er es selbst „Ein Glashüttenmärchen". Die Uraufführung fand am 19. Januar 1906 im Berliner Lessingtheater statt, mit Ida Orloff als Pippa, Rudolf Rittner als Glasbläser Huhn und Oscar Sauer als geheimnisvollem Wann.
Handlung
In einer schlesischen Glashütte im tiefen Winter wird die zerbrechlich-schöne Pippa von sehr unterschiedlichen Männern begehrt: dem rohen Glasbläser Huhn, dem jungen Handwerksburschen Michel Hellriegel und dem alten, rätselhaften Wann. Ein nächtlicher Tanz mit Huhn im Schneesturm endet tödlich: Pippa zerbricht wie das gläserne Wesen, das sie verkörpert, Michel erblindet vor Schreck.
Kulturelle Bedeutung
Die Uraufführung spaltete die Kritik: Franz Mehring verspottete das Stück als „bloßen Unsinn", andere lasen es als bedeutende Dichtung. Erst spätere Deutungen erkannten in Pippas Zerbrechlichkeit ein Sinnbild für die Kunst selbst und rückten das Werk in die Nähe von Hauptmanns symbolistischen Alterswerken.