Über das Werk
Shakespeare schrieb „Troilus und Cressida" vermutlich 1602, kurz nach „Hamlet". Der Drucker James Roberts ließ das Stück im Februar 1603 im Stationers' Register eintragen und beschrieb es dabei als von der Truppe des Lord Chamberlain gespielt; ob es tatsächlich öffentlich aufgeführt wurde, ist dennoch umstritten, da das Vorwort der Quarto-Ausgabe von 1609 behauptet, das Stück sei nie auf einer Bühne gestanden. Gedruckt wurde es 1609 in zwei unterschiedlichen Fassungen des Titelblatts.
Handlung
Während der Belagerung Trojas verlieben sich der trojanische Prinz Troilus und Cressida, die Tochter des übergelaufenen Sehers Kalchas, ineinander und werden von Cressidas Onkel Pandarus zusammengebracht. Kaum ist ihre Liebe besiegelt, wird Cressida im Austausch gegen einen trojanischen Gefangenen ins griechische Lager gegeben, wo sie sich rasch dem Griechen Diomedes zuwendet. Parallel dazu zeigt das Stück den Krieg selbst als zynisches, von Eitelkeit und Zank geprägtes Unternehmen, unter anderem um den schmollenden Helden Achilles und den ehrgeizigen Ajax.
Kulturelle Bedeutung
Wegen seiner Mischung aus Liebesgeschichte, Kriegsdrama und beißender Desillusionierung lässt sich das Stück keiner klaren Gattung zuordnen und wird oft zu Shakespeares sogenannten „Problemstücken" gezählt; seine desillusionierte Sicht auf Heldentum und Liebe gilt als ungewöhnlich modern.