Über das Werk
Shakespeares früheste Tragödie entstand vermutlich zwischen 1588 und 1593, möglicherweise in Zusammenarbeit mit George Peele. Die erste bezeugte Aufführung verzeichnete der Theaterbetreiber Philip Henslowe in seinem Tagebuch für den 24. Januar 1594: Die Truppe des Earl of Sussex spielte das Stück am Rose Theatre, als „ne" (neu) markiert, wobei unklar bleibt, ob damit eine echte Uraufführung oder nur eine neu ins Repertoire aufgenommene Inszenierung gemeint war. Ein erster Druck erschien noch 1594 als Quarto.
Handlung
Der römische General Titus Andronicus kehrt siegreich aus dem Krieg gegen die Goten zurück und opfert den ältesten Sohn der gefangenen Gotenkönigin Tamora, die daraufhin an seiner Familie Rache schwört. Als Tamora Kaiserin von Rom wird, treiben sie, ihr heimlicher Liebhaber Aaron und ihre Söhne Titus' Familie durch Mord, Vergewaltigung und Verstümmelung in eine Spirale der Gewalt. Titus rächt sich schließlich mit äußerster Brutalität, bevor das Stück in einem Blutbad endet, das nur wenige Überlebende zurücklässt.
Kulturelle Bedeutung
Das Stück war zu Shakespeares Lebzeiten sehr populär, geriet später wegen seiner extremen Gewaltdarstellung lange aus der Mode und gilt heute wieder als ernstzunehmende frühe Tragödie, die Shakespeares spätere Auseinandersetzung mit Rache und Gewalt vorbereitet.
