Über das Werk
Der Ruf der Wildnis ist die Bühnenfassung von Jack Londons Abenteuerroman „The Call of the Wild" aus dem Jahr 1903. Der Roman erzählt von dem Haushund Buck, der aus dem behüteten Leben in Kalifornien geraubt und als Schlittenhund in den eisigen Norden verkauft wird, wo zur Zeit des Klondike-Goldrauschs der harte Kampf ums Überleben herrscht. London schildert Bucks allmähliche Rückkehr zu seinen urtümlichen Instinkten – seine Verwandlung vom domestizierten Tier zum Anführer eines Wolfsrudels. Das Werk zählt zu den meistgelesenen amerikanischen Romanen und wird auf der Bühne oft als kraftvolles Stück über Natur, Freiheit und Wildheit für ein generationenübergreifendes Publikum eingerichtet.
Handlung
Buck, ein kräftiger Mischling aus Bernhardiner und Schäferhund, lebt sorglos auf einem Anwesen in Kalifornien, bis er gestohlen und in den Norden verkauft wird. Als Schlittenhund lernt er das harte „Gesetz von Knüppel und Zahn" kennen und kämpft sich in der Hierarchie des Gespanns nach oben, bis er den bisherigen Leithund Spitz besiegt. Nach mehreren grausamen Besitzern findet Buck in dem Goldsucher John Thornton einen Menschen, dem er aus tiefer Zuneigung dient. Doch als Thornton getötet wird, zerreißt das letzte Band zur Zivilisation: Buck folgt endgültig dem Ruf der Wildnis und schließt sich einem Wolfsrudel an.
Kulturelle Bedeutung
Jack Londons schmaler Roman wurde zum Welterfolg und prägte das Genre der Tier- und Wildnisliteratur. In Bucks Geschichte spiegeln sich Londons eigene Erfahrungen am Klondike sowie sein von Darwin und Nietzsche beeinflusstes Denken über Instinkt, Anpassung und das Recht des Stärkeren. „Der Ruf der Wildnis" wurde vielfach verfilmt und für die Bühne bearbeitet; seine archaische Wucht und die Perspektive des Tieres machen den Stoff bis heute zu einem eindringlichen Theaterabend über das Verhältnis von Mensch, Tier und Natur.
