Über das Werk
Tassilone ist eine „tragedia per musica“ in fünf Akten von Agostino Steffani nach einem italienischen Libretto von Stefano Benedetto Pallavicini. Sie wurde am 17. Januar 1709 am Düsseldorfer Hof des pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm uraufgeführt, dem das Werk auch gewidmet ist.
Handlung
Im Zentrum steht der bayerische Herzog Tassilo III., der sich gegen Karl den Großen behauptet, in Konflikt mit dessen Töchtern Rotrud und Teodata gerät und dabei seiner Frau Gismonda treu bleibt. Die Handlung spiegelt in stilisierter Form einen Machtkampf zwischen dem bayerischen Herzogshaus und dem fränkischen Kaisertum.
Kulturelle Bedeutung
Zeitgenossen verstanden die Oper auch als politische Anspielung auf die Abwertung des bayerischen Kurfürsten Max II. Emanuel im Spanischen Erbfolgekrieg und den Übergang der Kurwürde an den Widmungsträger Johann Wilhelm. Das aufwendig besetzte, gut vierstündige Werk zählt zu Steffanis reifsten Kompositionen für die Bühne.