Über das Werk
Tamerlano ist eine Opera seria in drei Akten von Georg Friedrich Händel nach einem Libretto von Nicola Francesco Haym, das auf Agostino Piovenes Textbuch (1711) und letztlich auf Jacques Pradons Tragödie „Tamerlan ou la mort de Bajazet“ (1675) zurückgeht. Händel komponierte das Werk in nur drei Wochen im Juli 1724 und überarbeitete es nach Ankunft des Tenors Francesco Borosini im September grundlegend; die Uraufführung fand am 31. Oktober 1724 am King's Theatre in London statt.
Handlung
Der mongolische Herrscher Tamerlano hält den besiegten Sultan Bajazet gefangen und begehrt dessen Tochter Asteria, obwohl er Prinzessin Irene versprochen ist. Asteria, die heimlich den griechischen Feldherrn Andronico liebt, täuscht Zuneigung vor, um Tamerlano zu ermorden, doch der Plan scheitert. Aus Verzweiflung über die drohende Schande vergiftet sich Bajazet; sein Tod bewegt Tamerlano zur Vergebung, und er gibt Asteria und Andronico frei.
Kulturelle Bedeutung
Mit Bajazets Selbstmord besitzt Tamerlano eines der wenigen tragischen Enden in Händels Opernschaffen. Für die Rolle schrieb Händel erstmals eine Hauptpartie für Tenor statt für Kastraten – zu jener Zeit ein Novum auf der italienischen Opernbühne Londons – und notierte fortan regelmäßig Beginn und Abschluss seiner Kompositionsarbeit.
