Tamerlano
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Tamerlano

Antonio Vivaldi
Oper · 1735
Tragödie

Über das Werk

Tragedia per musica in drei Akten, die Antonio Vivaldi 1735 für die Karnevalssaison am Teatro Filarmonico in Verona komponierte, wo er als künstlerischer Leiter der Accademia Filarmonica wirkte. Das Libretto von Agostino Piovene war bereits 1711 für Francesco Gasparini entstanden; Vivaldi vertonte die Partien der positiven Figuren selbst neu und übernahm für die Gegenspieler erfolgreiche Arien anderer Komponisten wie Johann Adolph Hasse, Geminiano Giacomelli und Riccardo Broschi.

Handlung

Der besiegte osmanische Sultan Bajazet gerät mit seiner Tochter Asteria in die Gefangenschaft des Tataren-Herrschers Tamerlano, der dafür seine Verlobte Irene verstößt. Asteria willigt nur zum Schein in die Heirat ein, um Tamerlano zu vergiften, während der mit ihr heimlich verbundene Prinz Andronico zwischen Loyalität zu Tamerlano und seiner Liebe schwankt. Nachdem Bajazet sich verzweifelt das Leben genommen hat, vergibt Tamerlano und gibt Asteria für Andronico frei.

Kulturelle Bedeutung

Als Pasticcio zeigt das Werk, wie venezianische Impresari in wirtschaftlich schwierigen Zeiten durch die Wiederverwendung fremder Erfolgsarien Kosten sparten, ohne die dramatische Geschlossenheit aufzugeben. Die neuere Forschung deutet die Verteilung der Musik – eigene Kompositionen für die Unterdrückten, fremde für die Mächtigen – zudem als bewusste dramaturgische Entscheidung Vivaldis.

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