Über das Werk
Street Scene ist eine Oper in zwei Akten von Kurt Weill, die er selbst als „American Opera“ bezeichnete. Das Buch schrieb Elmer Rice nach seinem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Schauspiel von 1929, die Gesangstexte stammen von Langston Hughes. Nach einer Probeserie in Philadelphia im Dezember 1946 wurde das Werk am 9. Januar 1947 im Adelphi Theatre in New York uraufgeführt; in Deutschland war es erstmals 1955 in Düsseldorf zu sehen.
Handlung
An einem drückend heißen Sommerabend und dem folgenden Tag spielt sich das Leben vor einem New Yorker Mietshaus ab, wo die Nachbarschaft über die Hitze klagt und über Anna Maurrants Affäre mit dem Milchmann Sankey tratscht. Ihre Tochter Rose kommt dem Studenten Sam Kaplan näher, während ihr Vater Frank immer misstrauischer wird. Als er unerwartet zurückkehrt, erschießt er seine Frau und ihren Liebhaber; Rose beschließt danach, mit ihrem kleinen Bruder fortzugehen, ohne Sam.
Kulturelle Bedeutung
Mit der Verbindung von europäischer Opernform, Broadway-Song, Jazz und Blues verwirklichte Weill seine Idee einer amerikanischen Oper; er selbst und viele Kritiker hielten die Partitur für sein Hauptwerk. Weill erhielt 1947 den ersten Tony Award für die beste Originalmusik. Das Werk wird heute vor allem von Opernhäusern gespielt und gilt als Bindeglied zwischen der Dreigroschenoper und West Side Story.