Sonate G-Dur, BWV 1019
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Sonate G-Dur, BWV 1019

Johann Sebastian Bach
Konzert · 1723

Über das Werk

Die Sonate G-Dur BWV 1019 ist die sechste und letzte der sechs Sonaten für Violine und obligates Cembalo Johann Sebastian Bachs – und zugleich die ungewöhnlichste. Sie ist in mehreren, deutlich voneinander abweichenden Fassungen überliefert; in ihrer endgültigen Gestalt umfasst sie fünf Sätze und durchbricht damit das viersätzige Kirchensonaten-Schema der übrigen fünf Werke. Ihr Herzstück ist ein Satz für Cembalo allein, in dem das Tasteninstrument vollends aus der begleitenden Rolle heraustritt. Wie der ganze Zyklus entstand das Werk vermutlich in Bachs Köthener Jahren und wurde über die Leipziger Zeit hinweg mehrfach umgearbeitet.

Handlung

Die Sonate eröffnet mit einem festlichen, konzertanten Allegro in strahlendem G-Dur. Es folgt ein lyrisches Largo, ehe das Zentrum der Sonate erreicht ist: ein virtuoser Satz für Cembalo solo, in dem die Violine schweigt und das Tasteninstrument seine Eigenständigkeit voll entfaltet. Daran schließt sich ein inniges Adagio an, in dem Violine und Cembalo wieder zueinanderfinden. Den Abschluss bildet ein schwungvolles Allegro, das die Sonate – und damit den gesamten Zyklus – mit heiterem Glanz beschließt.

Kulturelle Bedeutung

Mit ihrer fünfsätzigen Anlage und dem eingeschobenen Cembalo-Solo nimmt BWV 1019 eine Sonderstellung nicht nur innerhalb des Zyklus, sondern in Bachs Kammermusik überhaupt ein. Die mehreren überlieferten Fassungen zeigen, wie intensiv Bach an diesem Werk gearbeitet und einzelne Sätze ausgetauscht hat. Als Schlussstein der Sammlung BWV 1014–1019, die C. P. E. Bach zu den besten Werken seines Vaters rechnete, krönt die G-Dur-Sonate einen der bedeutendsten Kammermusik-Zyklen des Barock.

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