Sonate f-Moll, BWV 1018
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Sonate f-Moll, BWV 1018

Johann Sebastian Bach
Konzert · 1723

Über das Werk

Die Sonate f-Moll BWV 1018 ist die fünfte der sechs Sonaten für Violine und obligates Cembalo Johann Sebastian Bachs. Sie gilt als die ernsteste und klanglich dunkelste des Zyklus. Auch hier sind Violine und rechte Cembalohand als gleichwertige Stimmen über einem selbstständigen Bass geführt, doch Bach weicht in dieser Sonate stellenweise vom reinen Triosatz ab und erprobt ungewöhnliche Texturen. Wie die übrigen Sonaten entstand sie vermutlich in Bachs Köthener Zeit und wurde später überarbeitet. Die viersätzige Anlage folgt grundsätzlich dem Schema langsam–schnell–langsam–schnell der Kirchensonate.

Handlung

Der eröffnende Largo-Satz stimmt eine Atmosphäre tiefer Verinnerlichung an, die an Bachs große geistliche Werke erinnert: In vierstimmigem Kontrapunkt entwickelt zunächst das Cembalo das Thema, während die Violine erst nach einigen Takten auf einem lang ausgehaltenen Ton einsetzt und den Satz eher umspielt, als sich in das Stimmengeflecht einzufügen. Es folgt ein bewegtes Allegro. Der dritte Satz, ein Adagio, fällt durch seine ungewöhnliche Faktur auf, in der die Violine in Doppelgriffen über der figurierten Cembalostimme verharrt. Ein lebhaftes Vivace beschließt die Sonate.

Kulturelle Bedeutung

BWV 1018 nimmt innerhalb des Zyklus eine Sonderstellung ein: Ihr eröffnender Largo-Satz zählt zu den ergreifendsten langsamen Sätzen der Barockkammermusik, und Bachs eigenwillige Behandlung der Instrumente sprengt das gewohnte Triosonaten-Schema. Die f-Moll-Tonart verleiht dem Werk einen herben, fast tragischen Grundton. Als Teil der Sammlung, die C. P. E. Bach besonders schätzte, gilt die Sonate als eindrucksvolles Zeugnis von Bachs experimentierfreudiger Kammermusik.

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