Über das Werk
Sommergäste (russisch Datschniki) ist ein Stück in vier Akten von Maxim Gorki, der es mit „Szenen“ untertitelte. Erste Entwürfe stammen von 1902, den Großteil schrieb Gorki 1904; nach einer Lesung im Frühjahr lehnte das Moskauer Künstlertheater das Stück ab, und Gorki arbeitete den Sommer über weiter daran. Uraufgeführt wurde es im November 1904 in Sankt Petersburg an dem Theater, das Wera Komissarschewskaja im selben Jahr gegründet hatte; sie selbst spielte dort die Warwara. Gedruckt erschien der Text 1905 in einem Sammelband des Verlags Snanije.
Handlung
Im Sommer 1904 versammeln der Rechtsanwalt Bassow und seine Frau Warwara auf ihrer Datscha einen Kreis gebildeter Städter: den Ingenieur Suslow und dessen Frau Julija, die Ärztin Marja Lwowna, Bassows Schwester Kalerija, die Gedichte schreibt, und den Schriftsteller Schalimow, für den Warwara schwärmt und der sich als müder Zyniker entpuppt. Man vertreibt sich die Zeit mit Gesprächen, Laientheater, Picknicks und Alkohol, doch darunter wachsen Affären, Überdruss und gegenseitige Verachtung, und Warwara fühlt sich in dieser Runde immer fremder. Als der unglücklich in sie verliebte Rjumin versucht, sich zu erschießen, bricht offener Streit über das Versagen der Intelligenz aus. Warwara sagt sich von allen los und verlässt ihren Mann.
Kulturelle Bedeutung
Schon bei der Premiere standen sich Jubel und Pfiffe gegenüber, und 1905 gerieten Aufführungen in Kiew, Rostow am Don und weiteren Städten zu politischen Kundgebungen. Gorki nahm eine aus einfachen Verhältnissen aufgestiegene Intelligenz ins Visier, die sich der gesellschaftlichen Verantwortung entzieht und ins bequeme Privatleben flüchtet. Im deutschsprachigen Theater wurde Peter Steins Inszenierung an der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer (1974) zu einem großen Erfolg: Sie lief mehr als 150-mal und kam 1976 als Film ins Kino.
