Sofonisba
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Sofonisba

Tommaso Traetta
Oper · 1762
Tragödie

Über das Werk

Dramma per musica in drei Akten von Tommaso Traetta nach dem Libretto von Mattia Verazi, das auf einen älteren Text der Brüder Zanetti zurückgeht, uraufgeführt am 5. November 1762 am kurfürstlichen Hoftheater in Mannheim. Nach ihrem Erfolg und einer Wiederaufnahme in der folgenden Spielzeit verschwand die Oper für über 200 Jahre von den Bühnen, bis Partiturabschriften für eine Neuaufführung 2006 rekonstruiert wurden.

Handlung

Die karthagische Prinzessin Sofonisba ist mit dem numidischen König Siface verheiratet, liebt jedoch dessen jüngeren Rivalen Massinissa. Nach der Eroberung ihrer Stadt Cirta durch römische und massylische Truppen droht ihr die Verschleppung nach Rom als Kriegsbeute. Um dem zu entgehen, fordert sie von Massinissa den Tod und nimmt sich schließlich, wie einst Kleopatra, mit einer Giftschlange selbst das Leben.

Kulturelle Bedeutung

Anders als die meisten Opere serie ihrer Zeit endet Sofonisba nicht versöhnlich, sondern mit einem tatsächlichen Bühnentod – ein für das Genre ungewöhnlicher Bruch mit der Konvention des lieto fine. Ein Zeitgenosse rühmte an der Titelarie, hier sei „so gar nichts von Schlendrian, alles neu“; die kunstvoll geführten Bläserstimmen der Mannheimer Hofkapelle gelten als Beleg für Traettas Stellung zwischen später Opera seria und Glucks Reformoper.

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