Über das Werk
Semiramide ist eine Opera seria in drei Akten von Josef Mysliveček nach Pietro Metastasios Libretto 'Semiramide riconosciuta', das 1729 im Teatro delle Dame in Rom uraufgeführt worden war und die Sage der assyrischen Königin Semiramis und der Gründung Babylons behandelt. Myslivečeks eigene Vertonung entstand im Sommer 1766 zur Messezeit in Bergamo.
Handlung
Nach dem Tod ihres Gemahls, König Ninos, herrscht die ägyptische Prinzessin Semiramide verkleidet unter dessen Namen über Assyrien. Bei der Brautwahl für Prinzessin Tamiri trifft sie auf ihren früheren Geliebten Idreno, der nun Scitalce heißt, sowie auf ihren Bruder Mirteo; Intrigen und Verwechslungen lösen sich schließlich in Wiedererkennung und Versöhnung auf.
Kulturelle Bedeutung
Trotz einer eher unbedeutenden Besetzung verschaffte der Erfolg der Oper Mysliveček den Auftrag für 'Il Bellerofonte' am Teatro San Carlo in Neapel und damit den Durchbruch als gefragter Opernkomponist in Italien. Einzelne Arien blieben, teils in geistlicher Kontrafaktur, bis ins frühe 19. Jahrhundert in Mitteleuropa verbreitet.