Über das Werk
Märchendrama in einem Prolog und vier Akten von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski nach russischen Volksmärchen aus den Sammlungen Alexander Afanassjews, uraufgeführt am 11. Mai 1873 am Moskauer Bolschoi-Theater mit Bühnenmusik von Pjotr Tschaikowski. Anlass war eine Sonderproduktion, für die während einer Renovierung des Maly-Theaters die Ensembles aller kaiserlichen Bühnen Moskaus zusammengeführt wurden.
Handlung
Schneeflöckchen, Tochter von Väterchen Frost und der Frühlingsfee, wächst bei einfachen Bauern auf und sehnt sich nach menschlicher Liebe, zu der sie als Wesen aus Eis eigentlich nicht fähig ist. Als ihr die Mutter schließlich ein liebendes Herz schenkt, verliebt sie sich in den Kaufmann Misgir – doch die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings lassen sie dahinschmelzen, ein Opfer, das den erzürnten Sonnengott Jarilo versöhnt.
Kulturelle Bedeutung
Nikolai Rimski-Korsakow, der Ostrowskis Stück zu seinen liebsten Vorlagen zählte, vertonte den Stoff 1880/81 für seine 1882 am Petersburger Marientheater uraufgeführte Oper „Schneeflöckchen – Ein Frühlingsmärchen“ und schrieb dafür selbst das Libretto. Anders als Ostrowskis sozialkritische Kaufmannsstücke baut das Drama ganz auf slawischer Mythologie und Volksbrauchtum auf und gilt als eines seiner ambitioniertesten Werke.
